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Wir alle miteinander könnten uns spürbar erkenntlicher zeigen fürs Regiertwerden. Gut, vielleicht nicht die Industriellenvereinigung. Aber sonst alle. Wir könnten wahrlich mehr leisten als eine periodische Stimmabgabe, bei der sich noch dazu manche von uns in einem Akt kindischen Trotzes regelmäßig absichtlich verwählen.

Und es geht dabei eben nicht nur um prosaische Selbstverständlichkeiten wie die Erhöhung der tränentreibend niedrigen Parteienförderungen, Wahlkampfkostenrückerstattungen oder Subventionen für Parlamentsklubs, Parteiakademien und Vorfeldorganisationen, also die längst überfällige Beendigung der chronischen Unterdotierung von Parteienarbeit hierzulande – die ja überhaupt erst dazu führt, dass die Regierung ihr von Fahnenflüchtigen und Nestbeschmutzern inkriminiertes „Immer wieder Österreich“-Ranschmeißinserat an die Olympioniken zähneknirschend aus dem Bundesbudget bezahlen musste.
Nein.

Es geht ums Herz. Es geht um ein paar warme Worte zur rechten Zeit am rechten Ort. Um ein: „Wolfgang, wusstest du, dass du der Größte bist? Ah eh.“ Um ein: „Hubert, darf ich dir als kleines Dankeschön für deine Bemühungen meine Frau anbieten?“ Um ein: „Ursula, wenn du Sozialhilfe brauchst, lass es mich wissen.“ Um ein: „Martin, hast du aber schöne Schuhe.“

Dort vielen binnen weniger Stunden bis zu einem halben Meter Schnee.
fon da

dieses ungeheure talent für selbstkritik ist immer wieder bemerkenswert bei den ösis.
dopingkontrollen sind menschenunwürdig, polizisten agieren in wildwestmanier, wenn ösis kontrolliert werden, kann es sich nur um eine verschwörung handeln...
und die medien machen natürlich brav mit, akkreditieren dopingsünder als medienleute, achten erstmals die unschuldsvermutung (aber nicht bei den kontrollierenden organisationen), wittern die internationale neidgesellschaft und sorgen sich um suizidgefährdete dopingsünder.
was für ein rührendes land.

diese vorwürfe immer noch keinen truppenabzug und keine einleitung von langjährigen therapien & bußgeldzahlungen zur folge hatten, ist immer weniger nachvollziehbar.
oder glaubt man wirklich, dass die folterung von kindern irgendetwas gutes bewirken kann?
die vermittlung der "werte der freien welt" etwa?
(Oder gilt hier: "Es ist grundfalsch, wenn wir unsere ganze harmlose Seele mit Gemüt, wenn wir unsere Gutmütigkeit, unseren Idealismus in fremde Völker hineintragen"?)

sinnlose nachrichten basteln für news-junkies, die mit ihren handys in den bergen herumlaufen und trotzdem kein fußballergebnis versäumen wollen, keinen börsenkurs und kein umfrageergebnis. mit leuten. eh alle sehr nett. unglaublich nett. ganz ganz lieb. die ganz aufgegangen sind in ihrer büroexistenz, ihrem wochenenddasein, ihrer feierabendseinsweise und ihrem wüsterjunger spielen im büro. dilbert ist ja so was von harmlos. und arbeiten ist ja so was von blöde.der erste richtige 9-5-job mit vertrag für die ewigkeit, 1999

es ist bezeichnend, dass der arme westen ganz erschüttert ist ob eines antiwestlichen kassenschlagers.
diese erschütterung vermisse ich ja meistens bei so aufgeschlossenen und vorurteilsfreien machwerken wie "24"...
(und vermisste sie auch bei so lustigkeiten wie der rambo-serie - man erinnert sich ja noch an die unzähligen netten jungs, die mit rambo-messern bewehrt herumliefen und ganz begeistert waren, sie im jugoslawien-krieg wieder zum einsatz bringen zu können...)

die weltwoche zeigt wieder mal, wie das mit der paranoia geht:

 diagnose: europa ist zu alt zum überleben, steckt in einer geistigen krise, ist verweichlicht, vom wohlstand korrumpiert
 verlauf: junge, fanatische, kraftvolle und ganz und gar nicht verweichlichte muslime erobern dieses europa, gründen das kalifat & machen ganz böse sachen ...
 therapie: glauben, kämpfen, kinder kriegen

kann man solchen irrsinn überhaupt noch steigern? wie?

wunderbare bilder, fantastische tänzer, feine musik.
und doch ganz und gar kein guter film.
zu clip-artig, zu weiß, zu mtv-geprägt, zu wenig dramaturgisches durchhaltevermögen und wohl viel zu wenig interesse an den protagonisten.
schade drum

gehört ja - neben kunstfälschung - zu den charmantesten verbrechen.
auch alarmanlagenerrichter robert m. macht bis dato einen vielversprechenden eindruck